Presseberichte 2014 - Holzschnitt Feldmeier

Logo von Holzschnitt Feldmeier  Holzschnitte von Joachim Feldmeier
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Presseberichte 2014

Künstler
Das malerische Element - Landsberger Tagblatt

Holzschnitt Wetterumschwung Holzschnitt von Joachim Feldmeier "Wetterumschwung"

Das malerische Element - Joachim Feldmeier und das kleine Format
Im Winter 2013/2014 experimentierte Joachim Feldmeier mit der Technik des Holzschnitts im kleinen Format, ungewöhnlich für einen Künstler, den man bisher in erster Linie über seine großformatigen Arbeiten kennenlernen konnte und bei dem ein Holzschnitt auch schon einmal 30 Meter in der Länge aufweist. In der Kunst führt das kleine Format oftmals eher eine Schattenexistenz, verlangt es doch die bewusste Wahrnehmung, während das großformatige Bild durch seine schiere Präsenz auf sich aufmerksam macht. Vielfach bleiben die kleinen Kunstwerke deshalb gleich in der Werkstatt oder verschwinden als Studien im Archiv, ohne dass je ein Betrachterblick sie streift. Wie sehr dies zu bedauern ist, zeigt die aktuelle Ausstellung in der Galerie Fuchstal, bei der erstmals ein Fokus auf die kleinformatigen Holzschnitte gelegt wird.

Diese sind zum einen das Resultat einer bewussten Beschränkung des Künstlers in den Abmessungen der von ihm meisterlich beherrschten Technik des Holzschnitts in den vergangenen Monaten, zum anderen auch schon weit früher entstanden, jedoch bisher nur vereinzelt gezeigt worden. Sie alle eint die Tatsache, dass auch das kleine Format von großer künstlerischer Qualität sein kann.
Ein erster Blick auf die im letzten Winter geschaffenen 6 Serien mit jeweils 24 Bildern offenbart nicht nur das breite Repertoire des Künstlers, sondern vor allem auch seine Lust am Experiment und ein absolutes Gespür für die Möglichkeiten der Holzschnitttechnik, die er bis an die Grenzen des Möglichen auslotet. Wie eine Übung in der hohen Kunst des Weglassens erscheinen die Blätter der Serien “Geometrische Formen”, “Figuren” und “Zeichen”, deren abstrakte Linien und Formen den Grafiker Joachim Feldmeier in den Vordergrund stellen.

Sichere Hand, genaues Auge
So einfach und selbstverständlich das Ergebnis wirkt, so schwierig ist die Anfertigung von Druckstock und Druck, den nicht nur müssen mit Hohlstichel, Eisen und Fräsmaschine große Teile der Platte entfernt werden, auch der Farbauftrag auf den oder die verbliebenen Stege setzt ein genaues Auge und eine sichere Hand voraus, damit die Konturen im Druck nicht verwischen.
Das malerische Element gewinnt dagegen in den Zyklen mit Landschaftsthemen und gegenständlichen Motiven die Oberhand. Hier spielt der Künstler mit Farben und Formen, erstere mal pastellig, mal buntstiftbunt, letztere zwischen gegenständlicher und abstrakter Kunst changierend. Dabei lösen sich Landschaftsimpressionen auch schon mal in der Abstraktion auf, während andere Blätter einen beinahe naiven Kinderblick zu spiegeln scheinen, dessen bunte Fröhlichkeit sich auf den Betrachter überträgt.

Zu entdecken sind jedoch vor allem auch frühe kleinformatige Arbeiten des Künstlers, so zum Beispiel die Serie “Kleine Studie” aus dem Jahr 1997, die in Schwarz-Weiß Baumansichten präsentiert. Was wie hingehaucht aussieht - das federleichte Laub, die Lichtinseln und Schattenflecke - lässt nicht annähernd die Schwierigkeit in der Anfertigung der zugehörigen Druckstöcke erahnen. Die außergewöhnlich subtile Bearbeitung der Platten zeugt gerade hier einmal mehr vom großen Können Joachim Feldmeiers, zumal die Schwarz-Weiß-Technik im Gegensatz zum additiven Mehrfarbendruck kaum einen Fehler verzeiht. Die “Linienspiele” aus dem Jahr 2005 legen den Fokus wieder mehr auf das grafische Element der Holzschnitttechnik und sind durch ihre klar abgegrenzte Formgebung und Farbgestaltung von teils großem Reiz, während in den Studien zur “Kleinen Violine” die malerische Umsetzung des Motivs ihre kongeniale Ergänzung in der abstrakten Farbwahl und der Wiedergabe der Lichtreflexe findet.

Öffnungszeiten
Die Arbeiten im kleinen Format von Joachim Feldmeier sind bis Sonntag, 18. Mai 2014 in der Galerie Fuchstal, Gewerbestraße 15 im Gewerbegebiet Fuchstal-Asch zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 16 - 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 - 12 Uhr oder jederzeit nach telefonischer Vereinbarung unter 08243-3489.

Birgit Kremer, Landsberger Tagblatt, 29. April 2014



Seelenwärmer im trüben Herbst - Landsberger Tagblatt

Seelenwärmer im trüben Herbst Foto: Birgit Kremer

Joachim Feldmeier setzt sich künstlerisch mit den farbigen, im Licht flirrenden Blättern üppiger und weniger üppiger Baumkronen auseinander.

Seelenwärmer im trüben Herbst - Holzschnitte von Joachim Feldmeier in der Galerie Fuchstal in Asch
Das für Ende November eigenartig verwirrende Spätsommerwetter bildet einen passenden Auftakt für die aktuelle Ausstellung herbstlicher Farbwelten, die den Besucher im Inneren der Galerie Fuchstal erwartet. Nach zehn Jahren, in denen das Galeriefest im Oktober fester Bestandteil des Galerielebens war, markiert die diesjährige, auf den November verlegte Vernissage mit Arbeiten von Joachim Feldmeier einen Wendepunkt im Veranstaltungsablauf der Galerie. Diese Veränderung ist nicht zuletzt den Lebensumständen des Künstlers geschuldet, der seit dem Sommer seinen Ruhestand nach 45-jähriger Tätigkeit als Kunsterzieher genießt und sich nunmehr uneingeschränkt dem schöpferischen Prozess des malerischen Holzschnittes widmen kann.

Einen ersten Eindruck in diese neue Schaffensperiode erlauben die seither entstandenen Arbeiten von Joachim Feldmeier, der sich künstlerisch mit den farbigen, im Licht flirrenden Blättern üppiger und weniger üppiger Baumkronen auseinandersetzt. In ihrer warmen Tonigkeit bei gleichzeitig üppiger Farbpalette wirken die Motive dieser neuen Holzschnitte wie Seelenwärmer für einen trüben, von Nebel niedergedrückten Herbst. Dies entspricht der Intention der Galeristin Gerda Feldmeier-Bold, die die in diesem Jahr entstandenen Werke zum Anlass genommen hat, auch frühere, in warmen Farbtönen gehaltene Arbeiten von Joachim Feldmeier in neuem Zusammenhang zu präsentieren.

Die frühesten gezeigten Holzschnitte stammen aus dem Jahr 1983, sodass sich das gesamte Werkspektrum des Künstlers über einen Zeitraum von etwas mehr als dreißig Jahren erleben lässt.
Deutlich lässt sich die Entwicklung nachvollziehen, die der Künstler in diesen drei Jahrzehnten zurückgelegt hat. So sind die frühen Arbeiten Joachim Feldmeiers wie “Im Stadtpark an der Mauer” oder “Licht überm Weg” in ihrer Auffassung eindeutig grafisch, während in den neuesten Werken das malerische Element dominiert. Auch in der Farbgebung lassen sich Unterschiede feststellen. In den früheren Holzschnitten ist die Palette eher verhalten, bevor sie mit der Zeit an Farbigkeit gewinnt und in den expressiven Rot- und Orangetönen der herbstlichen Laubkronen aus dem Jahr 2014 ihre vorläufige Kulmination findet.

Interessant ist auch der Vergleich mit einem Holzschnitt aus dem Jahr 2006 mit dem Titel “Allgäuer November”, dessen monochrome Grautonigkeit depressive Schwere vermittelt und so gar nichts mit den bunt gefärbten Blättern der jüngsten Holzschnitte zu tun haben will. Die Farbigkeit der neuesten Bilder ist bei aller Expressivität dennoch seltsam gedämpft, es scheint eine eher verhaltene Lebensfreude, die sich Bahn bricht. Ansichten einer sommerlichen Stadt ergänzen die farbig-expressiven Naturaufnahmen, sie bilden quasi einen Gegenpol. Auch hier dominieren die warmen Farben, Rot-, Orange- und Gelbtöne, die das Flirren eines Sommers am Meer einfangen. Joachim Feldmeier beherrscht sein Medium virtuos und souverän, es gelingt ihm scheinbar mühelos, in der Technik des Holzschnitts Bilder zu “malen”, die eine ganz eigene Atmosphäre atmen.

Die von ihnen ausgehende, teils mediterrane Leichtigkeit überträgt sich auf den Betrachter. Und doch täuscht dieser Eindruck: Zwar wirken die Arbeiten so leicht und schwerelos, doch ist der dahinter stehende schöpferische Prozess mit bis zu vierzehn Druckstöcken ausgesprochen komplex und anspruchsvoll. Dass dies nicht spürbar wird, ist wohl der eindruckvollste Beweis für die meisterlich geführte Hand des Künstlers.

Öffnungszeiten
Die herbstlichen Farbklänge sind noch bis zum 14. Dezember in der Galerie zu sehen, geöffnet ist die Ausstellung mittwochs von 16 bis 19 Uhr und samstags und sonntags jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie jederzeit nach telefonischer Vereinbarung unter 08243/3489.

Birgit Kremer, Landsberger Tagblatt, Freitag, 28. November 2014



Link zur Webseite Joachim Feldmeier
Besuchen Sie die Webseite Joachim Feldmeier "Naturgewalten - Kräfte der Natur". Der Künstler dokumentiert die Entstehung des größten malerischen Holzschnitts der Welt.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü